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Stühle, Sessel oder Sofas aufpolstern:
Stühle, Sessel oder Sofas aufpolstern:

Alles, was ihr wissen müsst

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Das durchgesessene Couch-Polster zu erneuern, anstatt es durch ein modernes Modell zu ersetzen, geht ganz einfach. Wer einem alten Familienerbstück neuen Glanz verleihen oder sich einfach nicht von seinem Lieblingssessel trennen möchte, kann die Polsterung mit ein wenig Aufwand selbst aufarbeiten. Wir zeigen euch, wann es sich lohnt, einen Sessel oder ein Sofa neu zu polstern, mit welchen Kosten zu rechnen ist und was die Grundlagen des DIY-Aufpolsterns sind.

Sofa neu polstern oder neu kaufen?

Lässt der Sitzkomfort nach oder weist der Bezugsstoff Löcher und Risse auf, ist es an der Zeit für ein neues Möbelstück. Bei besonders liebgewonnen oder sehr alten Polstermöbeln stellt sich jedoch oft die Frage: restaurieren oder ersetzen? Bei Möbelstücken mit einem emotionalen Wert lohnt sich eine neue Aufpolsterung allemal – auch wenn es aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich nicht sinnvoll ist. Neben der eigenen Aufpolsterung kann auch ein professioneller Polsterer engagiert werden. Meist sind jedoch neue Möbel für den Preis fachgerechten Polsterns günstiger oder zum selben Preis zu bekommen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und Zeit, lässt sich das Polster viel preiswerter selbst erneuern.

Checkliste: Neu polstern?

  • Wie hoch ist der emotionale und persönliche Wert?

  • Ist das Sitzmöbelstück noch ausreichend stabil und in einem guten Zustand?

  • Lässt sich eine Aufpolsterung ohne Probleme durchführen?

  • Wie viel kostet ein vergleichbares neues Teil?

Ole Gunderson Sessel PANORAMA ADORE

Polster neu beziehen: Kosten

Bei der Aufpolsterung eines Stuhls, Sessels oder Sofas sind verschiedene Kostenpunkte zu beachten. Polsterstoffe kosten je nach Material und Verarbeitung zwischen 10 und 100 Euro pro Quadratmeter. Hier gilt es, nicht an der Qualität zu sparen. Günstige Stoffe haben den Nachteil, dass sie weniger stabil sind und mitunter schnell wieder ausgetauscht werden müssen. Bei einigen Polstermöbeln sind auch neue Sprungfedern erforderlich. Diese können mit 30 bis 50 Euro zu Buche schlagen. Ist es ebenfalls notwendig, das Polster neu zu beziehen, erhöht sich der Preis zusätzlich je nach gewähltem Material des Bezugsstoffs und der Größe des Möbelstücks. Hinzu kommen bei Bedarf Dekomaterialien wie Knöpfe oder spezielle Polsternägel. Bei der DIY-Variante müssen neben den Kosten für die Materialien auch eventuell benötigte Werkzeuge einberechnet werden, z. B. einen Schießtacker für das Befestigen des neuen Bezugsstoffes. Günstiger ist das Ausleihen solcher Geräte im Baumarkt.

Wird ein professioneller Polsterer engagiert, müssen zwischen 50 und 70 Euro pro Arbeitsstunde eingeplant werden – bei einem Sessel liegt der Arbeitsaufwand bei rund acht bis zehn Stunden, bei einem Dreiersofa sogar bei bis zu 20 Stunden. Dazu kommen die Kosten für den Ab- und Antransport, sollte keine Möglichkeit vorhanden sein, das Möbelstück selbst zum Polsterer zu bringen.

Checkliste Kostenpunkte

  • Kosten für den Polsterer bei professioneller Aufpolsterung

  • Kosten für den Transport

  • Kosten für das benötigte Polstermaterial

  • Kosten für den Bezugsstoff

  • Kosten für Kleinteile, z. B. Knöpfe

  • Kosten für Arbeitsgeräte bei DIY-Aufpolsterung

Ecksofa L Stoffbezug

Sessel oder Sofa aufpolstern: diese Materialen eignen sich

Wer sein Sofa aufpolstern oder neue Kissen herstellen möchte, greift am besten zu PUR-Schaumstoff oder Kaltschaum. Aber auch Polster aus nachwachsenden Rohstoffen wie gepresste Baumwolle, Federn oder Rosshaar, sind immer beliebter, jedoch teurer als Schaumstoffe. Diese werden vorwiegend in den Lehnen und Sitzflächen moderner Polstermöbel verwendet. Dabei ist die Auswahl des Schaumstoffes entscheidend für den Sitzkomfort. Die Qualität misst sich anhand von Raumgewicht und Stauchhärte. Diese entscheidet auch darüber, wie weich ein Polster ist. Einer der am häufigsten eingesetzten Schaumstoffe ist PUR-Schaumstoff aus Polyurethan. Dieser ist preiswerter als Kaltschaum und bietet weiterhin folgende Vorteile:

  • sehr leicht und weich

  • lässt sich einfach verformen

  • bleibt lange elastisch

  • strapazierfähig und unempfindlich

  • hohe Flexibilität bei der Verarbeitung

Durch die großporige Struktur, dringt genug Luft in das Polster, sodass sich Wärme und Nässe nicht stauen können. PUR-Schaumstoffe sondern außerdem keine chemischen Substanzen ab, sodass sie sich bedenkenlos als Polsterstoffe eignen, mit denen Kinder in Kontakt kommen. Auch Staub dringt nicht in das Polster ein, weshalb sie perfekt in Allergikerhaushalte passen. PUR-Schaumstoffe lassen sich ohne großen Aufwand und spezielles Werkzeug bearbeiten und zuschneiden – perfekt für die DIY-Aufpolsterung.

Stuhl, Sessel oder Sofa neu polstern – so geht’s

Mit ein wenig handwerklichem Geschick und den richtigen Materialien, kann jeder seinen Lieblingssessel oder das antike Sofa aufpolstern.

Das wird gebraucht:

  • Vlies

  • Schaumstoff

  • Schaumstoffkleber

  • Bei Bedarf neuer Bezugsstoff und Deko

CASAVANTI Ecksofa BRICO SF

Werkzeug:

  • Schraubendreher/Stecheisen

  • Zangen

  • Hand- oder Drucklufttacker

  • Teppichmesser

  • Schere

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Die einzelnen Arbeitsschritte

1. Zunächst gilt es, das alte Material, also den Bezug und das gesamte Polster, zu entfernen. Alte Tackernadeln lassen sich am besten mit einem Stecheisen oder Schraubendreher heraushebeln, eventuell muss eine Zange zur Hilfe genommen werden. Tipp: Vorher aufgenommene Fotos vom Polster helfen dabei, später wieder alles an Ort und Stelle anzubringen.

2. Nun das neue Polster auf die Sitzfläche und die weiteren Teile des Möbelstücks, wie die Rückenlehne oder die Armlehnen, zuschneiden.

3. Anschließend die einzelnen Teile mit speziellem Schaumstoffkleber punktuell auf die entsprechenden Stellen aufkleben.

4. Als nächstes das Vlies über die neuen Polster ziehen und festtackern. Dieses sollte fest gespannt sein, sodass keine Dellen oder Beulen entstehen.

5. Am Schluss den frisch gewaschenen oder neuen Bezugsstoff überziehen. Nun den Bezugsstoff straffziehen und auf der Unterseite in kleinen Abständen festtackern. Werden die Ränder vorher umgeklappt, halten sie besser und fransen nicht aus. Ist das Tackern auf sichtbaren Flächen nötig, empfiehlt es sich, auf dekorative Nagelleisten zurückzugreifen.